Auferstanden aus Ruinen

25. Juni 2007

von Gunda

Nein, wir haben dieses Tagebuch nicht vergessen. Bei uns haben sich einfach die Ereignisse überschlagen. Deshalb weiß ich auch gar nicht so richtig, wo ich anfangen soll.

An dieser Stelle möchte ich mich deshalb für alle vergessenen Geburtstage und andere wichtigen Ereignisse in aller Form entschuldigen!!!!!!!!!!!!!!!!

Erst habe ich einen Praktikumsplatz bei Poolia bekommen, der eigentlich eher ein Job ist und 8 Stunden meines Tages in Anspruch nimmt. Damit hat sich unser Alltag drastisch verändert. Erst hatte ich oft Migräneanfälle, weil ich die lange Zeit vor dem Bildschirm nicht mehr gewohnt war, dann war ich immer nach der Arbeit total fertig und zu nichts mehr zu gebrauchen. (Heute ist der erste Tag seit Mitte April, an dem ich mich nach der Arbeit nicht völlig zerschossen fühle.) Auch sozial ist meine Arbeit sehr anstrengend, weil meine Kollegen so ein ganz anderes Leben führen als ich. Montags bekomme ich immer Geschichten von Besäufnissen und Filmrissen zu hören. Über die Hälfte der Themen dreht sich um Alkohol und Sex. Und tatsächlich habe ich es inzwischen geschafft, die Arbeit als meine tägliche Soap zu betrachten. Meine Kollegen sind alle wirklich so, wie man das aus dem Fernsehen kennt. (Inklusive schwulem Kollegen und lesbischer Kollegin.) Alle ganz “modern” (d.h. das, was “Otto Normalverbraucher” dafür hält…) und in ihrer Lebensweise mir sehr fremd. Ich wirke darin spießig und konventionell. Aber keine Angst; ich bleibe so. (Auch, wenn das in dieser Kombination der anstregendere Weg ist…)

Dann hat Thomas eine ziemlich üble großflächige Gürtelrose bekommen und lag damit ziemlich lange flach. (Die Spuren davon sind immernoch nicht ganz weg.) Also habe ich mich auch noch um viel mehr kümmern müssen als sonst.

Irgendwann kamen unsere beiden Geburtstage. Thomas’ Geburtstag haben wir in Köln gefeiert. Wir waren in einer Fotoausstellung im Museum Ludwig, sind etwas über einen Flohmarkt gebummelt und zum Schluß in einem äthiopisch-erithräischen Restaurant gewesen, in dem man mit den Fingern ißt.

An meinem Geburtstag sind wir mit Manfred, Gertrud und Besuch von den beiden zum Japan-Tag nach Düsseldorf gefahren. Leider war es so voll, daß wir nicht alles sehen konnten. Ein bischen in Erinnerung schwelgen konnten wir trotzdem, und abends gab es stilecht Ramen (japanische Nudelsuppe).

Zu dieser Zeit ist auch mein Plan gereift, mich mit dem Kulturtraining für Japaner bald selbständig zu machen. Ich habe festgestellt, daß das der Job ist, in dem ich mich bisher am meisten wohlgefühlt habe. Um das Ganze wissenschaftlich auszubauen habe ich diverse Fachleute zum Thema “Kulturtraining” bzw. “Kulturschock” angeschrieben, um mich bzgl. meiner genaueren Studienwahl beraten zu lassen. Ich habe viele Antworten bekommen, die mir besseren Überblick über die Community zu diesem Thema gegeben haben und mir gezeigt haben, daß ich mit meinen Ideen schon auf dem richtigen Weg war.

Dann hat Thomas eine Schilddrüsen-Überfunktion bekommen. Er hatte sowas vor ca. 10 Jahren schonmal. Dank Tabletten war es dann irgendwann weg. Jetzt ist es wiedergekommen. Die Krankheit äußert sich vorallem in großer Unruhe, ständigem Schwitzen, Unausgeglichenheit und Erschöpfung. Das hat uns auch wieder aus der Bahn geworfen, in der wir eigentlich noch gar nicht wieder drin waren. Zum Glück hat Thomas einen guten Arzt und ist als ambulanter Patient an einen Spezialisten im Uniklinikum überwiesen worden. Erstmal wird ein bis anderthalb Jahre probiert, ob das Ganze mit Medikamenten zu bekämpfen ist. Wenn das nicht geht, wird auf die eine oder andere Weise ein Eingriff wohl unumgänglich. Zum Glück fangen die Medikamente langsam, langsam an zu wirken, und Thomas geht es etwas besser. Und damit auch mir, weil sich alles langsam entspannt.

Zwischendurch hatten wir auch noch erst meinen Vater zu Besuch, mit dem ich zur Beerdigung einer Großtante nach Krefeld gefahren bin, dann kam einer meiner japanischen Schüler, der jetzt in Ulm arbeitet, zu Besuch, und wir haben unseren doppel-Geburtstag hier in Bonn gefeiert. (Das Bonner Party-Team muß sich erst noch rauskristallisieren…)

Trotz allem haben wir es geschafft, irgendwie auch unsere Hochzeit weiter vorzubereiten. Ein bischen Outfit (vorallem für Thomas) fehlt noch. Unsere Ringe haben wir selber zusammen entworfen und am vergangenen Samstag in Auftrag gegeben. Trotzdem es “nur” die standesamtliche Trauung ist, freuen wir uns doch sehr darauf. Vorallem wird sie für uns wichtiger, weil ja die kirchliche Trauung erst im nächsten Jahr ist. Damit wird die Hochzeit in diesem Jahr zu einem eigenständigen kleinen Fest. (Und immerhin ändert sich ja ab dann auch organisatorisch viel für uns.)

Leider haben wir das meinen Geschwistern gegenüber wohl nicht so deutlich rübergebracht, die erst abgesagt hatten. (Vorallem auch, weil keiner in der Familie auf die Idee kam, daß man ja auch ohne Partner kommen könnte.) Inzwischen sind wir in einer Warte-Position gelandet. Wir werden sehen…

Ja, das sind unsere ganzen Neuigkeiten so auf die Schnelle. Bestimmt habe ich was vergessen. Dann kommt später noch was nach. Ich hoffe, das Tagebuch muß nicht mehr so lange bis zum nächsten Eintrag warten, wie dieses Mal.

Das Leben und der Blog gehen weiter…

Nix mit Nichi-Doku

27. März 2007

von Gunda

Nachdem unser Reiskocher mutig in der Anleitung völlig unjapanische Rezepte für Gerichte direkt aus dem Reiskocher in der Anleitung präsentierte, packte mich gestern der Mut: Ich wollte Milchreis machen.

Dazu wäre noch zu sagen, daß das für viele Japaner das Ekligste ist, was man so mit Reis anstellen kann. Am liebsten essen ihn die meisten sowieso pur zu irgendwas dazu.

Eigentlich hätte ich mir das schon denken können, daß es mit Milch Probleme geben könnte. Und während ich mich oben ganz entspannt mit der Beantwortung meiner e-Mails beschäftigt habe, ist unten der Reiskocher übergekocht und hat eine wahnsinnige Schweinerei in der Küche veranstaltet.

Ich habe hinterher eine Stunde gebraucht, um das Gerät wieder sauber zu bekommen, und zum Schluß mußte mir Thomas sogar noch beim Wiederzusammenbauen helfen.

SO weit geht die Internationalität dieses Gerätes dann nun wohl doch nicht…  ;-)

In the Ghetto

26. März 2007

von Gunda

Nachdem ich neulich den Probe-Arbeitstag erfolgreich absolviert habe und Poolia mich als Praktikantin (im Gegensatz zu der ominösen Firma in Bonn) haben will, konnten wir die ganze Sucherei durch einen schönen Nachmittag mit Yoshi abschließen. Und wirklich war ich viel entspannter als ich es noch in der Bewerbungsphase gewesen wäre.

Zu diesem Zweck haben wir uns in Düsseldorf getroffen, um eine lang vermißte Nudelsuppe (Ramen) und chinesische “Maultaschen” (Gyoza) zu essen. Gekocht von Japanern im japanischen Viertel in Düsseldorf und mit weit über 50% Japanern als Gäste. Wir waren also im NaNiWa, einem Stück Japan, wie es echter in Deutschland nicht sein konnte. Während wir da saßen kam mir der Gedanke auch ganz komisch vor, wieder in Deutschland zu sein, wenn wir das Lokal verlassen. Ich war sogar SO begeistert, daß ich den Rest der Suppe, den ich nicht mehr geschafft hatte, einpacken lassen habe und den ganzen Tag mit mir herumgeschleppt habe bis wir zu Hause waren.

Leider war es Sonntag und die Geschäfte waren geschlossen. Die werden wir bestimmt nochmal genauer unter die Lupe nehmen. Es gibt sogar ein Mitsukoshi-Kaufhaus, was ich wirklich nicht für möglich gehalten hätte. (Das ist in Japan sehr berühmt.)

Alles in Allem war das ein wirklich schöner Tag, und wir waren Yoshi sehr dankbar, daß sie uns alles gezeigt hat. Natürlich wäre es auch woanders nett gewesen. Aber jetzt wissen wir, wo wir uns hinflüchten können, wenn uns mal das Japan-Heimweh packt.

Außerdem haben wir uns zum Stammtisch für junge Leute am 2.4. bei der Deutsch-Japanischen Gesellschaft Bonn angemeldet und sind schon ganz gespannt.

Und noch was Neues gibt es in Richtung Japan: Samstag hat mich mein Chef von der Sprachenschule in Tsuchiura (TIA) angerufen. Nach einigen Plaudereien hat er mir eröffnet, daß er mich gerne als Online-Lehrerin für Deutsch hätte.  (Darüber hatten wir noch in Japan mal kurz gesprochen.) Zwar wird das bestimmt nicht einfach mit den acht Stunden Zeitverschiebung und den 40 Std./Woche Praktikum; aber einen Versuch ist es wert. Und schließlich ist es auch eine tolle Chance. Und natürlich DIE Gelegenheit, auch beruflich in Kontakt mit Japan zu bleiben.

Komisch fand mein Chef vorallem, daß wir Japan nach unserer Rückkehr nicht völlig abgehakt haben, sondern uns im Gegenteil immer mehr Anknüpfungspunkte in Deutschland suchen. Erstaunt war er auch darüber, daß man Ramen in Deutschland essen kann und vermutete dann gleich, daß die bestimmt nicht echt wären. Als ich dann erklärte, daß alles aus Japan importiert wäre und von Japanern gekocht werden würde, die in Deutschland leben, fand er es wohl NOCH skurriler, daß es Japaner gibt, die dauerhaft in Deutschland leben wollen. Aber das kenne ich auch schon von anderen Japanern. Und Yoshi meinte dazu ganz passend, daß es bestimmt auch viele Deutsche gibt, die sich nicht vorstellen können, daß ihre Landsleute dauerhaft im Ausland leben wollen.

Letztlich haben wir eben doch alle unsere Tellerränder…

Von Yuppies und Psychos

23. März 2007

von Gunda

Diese Woche gab es das Wettrennen samt Psychotests um einen Praktikumsplatz. Ich hatte zwei Vorstellungsgespräche: Eins in Bonn, eins in Köln. Wie es gelaufen ist, habe ich Gabriele ausführlich beschrieben:

“Beide Firmen arbeiten im Bereich ‘Arbeitnehmerüberlassung’, sind also so etwas, wie Zeitarbeitsfirmen für Akademiker und Führungskräfte. Leute aus dem kaufmännischen Bereich kommen dazu. Die Arbeitnehmer können sich kostenlos registrieren lassen, die Arbeitgeber zahlen für die Vermittlung. Dafür können sie angeben, wie der zukünftige Mitarbeiter (auch z.B. vom Charakter oder Äußerlichen her) sein soll.
Und da sind wir auch schon bei den Tests, die jeder Bewerber machen muß. Anhand dieser Tests versuchen die Firmen, die Lebens- und Arbeitshaltung der Kandidaten bestimmten Kategorien zuzuordnen, aus denen der Arbeitgeber auswählen kann. (Neben Abschlüssen, Zensuren und persönlicher Einschätzung der Arbeitsvermittler.) Und das ist auch der Grund, weshalb ich einen solchen Test machen mußte. D.h., eigentlich sind es zwei Gründe: Ich sollte das Testverfahren kennenlernen, und der Betrieb wollte feststellen, ob ich zum Team passe. An Testverfahren, Betriebsklima und Dogmatik konnten aber beide Firmen unterschiedlicher nicht sein.
Die in Bonn haben Teile eines klassischen IQ-Tests mit ähnlich klassischen Abfragen der ’soft skills’ verwendet. Der Betrieb ist zwar genauso klein, wie der in Köln, besteht aber fast nur aus Psychologen, bzw. Psychologiestudenten (als Praktikanten). Entsprechend verkopft und methodisch eher wissenschaftlich läuft das Ganze ab. (D.h., das, was die machen, ist mir methodisch größtenteils schon bekannt.)
Köln ist ungefähr das genaue Gegenteil. (Interessanterweise kam auch bei beiden Tests ungefähr das Gegenteil raus. Vielleicht bin ich schizophren?) Da geht es ziemlich oberflächlich zu. Die Mitarbeiter können sich mit ihren Testergebnissen von vor … Jahren sogar immernoch identifizieren. Trotzdem habe ich in Köln eher das Gefühl, daß es dort ‘businessgerechter’ zugeht. Mittwoch habe ich zur Probe gearbeitet und gleich innerhalb der ersten fünf Minuten mit einem Verbesserungsvorschlag den ersten Treffer gelandet. Und weil der dickste meiner ‘Charakterpunkte’ in einem Feld lag, wo kein anderer aus dem Team ihn hat, wollten sie mich dann auch haben. ;-)
Ich habe zwar noch nicht zugesagt; aber ich denke, ich werde mich für Köln entscheiden. Einfach, weil das so eine andere Welt ist, in die ich Einblick gewinnen möchte. Als ich da gearbeitet habe, kam ich mir vor, wie live in einem Film. Dieser Menschenschlag ist mir SO unbekannt, daß ich mir wirklich mehr wie eine Beobachterin vorkam. Als ich zum Vorstellungsgespräch da war, sahen die alle aus, wie vom Laufsteg; jung, dynamisch, erfolgreich. Da kam ich mir mit meinem Hosenanzug richtig altbacken vor. Mittwoch habe ich gesehen, daß das wohl nicht immer SO dogmatisch gehandhabt wird. Aber aufpassen, daß ich nicht zu sehr aus dem Rahmen falle, muß ich wohl schon ein bischen. Lernen könnte ich da, so viel und was ich will, was auch ein Vorteil zu Bonn ist, wo ich vieles vorgesetzt bekäme. Ich möchte also erstmal die Hälfte der Zeit die Arbeitnehmerseite kennenlernen und dann die Arbeitgeberseite. Alles andere kriege ich zwischendurch sowieso mit. (Großraumbüro…) Mehr kann ich da wohl nicht mitnehmen.
Was sonst noch? Alle anderen rauchen, und zwar überall. (Außerdem scheinen sie von Kaffee abhängig zu sein.) Ich werde wohl darum bitten müssen, wenigstens das Großraumbüro zu verschonen (und mir dann eine Blume auf den Tisch stellen). Nach 7 Stunden war ich doch schon ziemlich fertig… Ansonsten konnte ich bei vielem einfach nicht mitreden, weil mir die Kenntnis der entsprechenden Fernsehsendungen fehlt. Und was auch sehr skurril war, war, daß alle manchmal über Bemerkungen von mir laut losgelacht haben, obwohl ich sie gar nicht witzig gemeint hatte…
Ich hoffe, ich bin stark genug, um mich durch dieses Praktikum nur bereichern und nicht verändern zu lassen. Jedenfalls habe ich Thomas gebeten, sich sofort zu beschweren, falls ich komisch werden sollte. (Ich mußte an ‘Der Teufel trägt Prada’ denken…) “

In der Küche bei der Arbeit singen

19. März 2007

von Gunda

Dieser Titel faßt schon alle unsere Neuigkeiten in Kürze zusammen.

1) Wir haben endlich eine Küche!

Naja gut, die Herren von IKEA haben nur das Schlimmste erledigt. Aber immerhin müssen wir jetzt nicht mehr mit einem Eimer in der Dusche abwaschen und können kochen. Das ist doch schon eine große Erleichterung. Gestern hat Thomas sogar einen Kuchen gebacken, um den Ofen zu testen. Und bei dem Rest des großen Küchen-Puzzles hilft uns unser Nachbar. Der guckt sich dann auch noch gleich die kaputte Spülmaschine an. Das ist etwas, das ich wirklich nicht verstehe: Vor zwei Jahren hat das Ding noch perfekt funktioniert. Am Transport lag es wohl auch nicht. Angeblich ging sie schon in Berlin nicht mehr. (Vielleicht hat sie uns vermißt…)

2)  Immerhin gibt es bei mir schonmal Vorstellungsgespräche.

Das erste war letzte Woche bei Poolia, einem schwedischen Unternehmen, das in einer Filiale in Köln mit sage und schreibe drei Leuten sitzt. Jedenfalls durfte ich deren online-Test (Master Personal Analysis) machen und bin für diese Woche nochmal zu einem “Schnuppertag” eingeladen worden, bei dem ich mir die Arbeit ansehen soll. Hinterher entscheiden dann beide Seiten, ob ich ins Team passe und die Arbeit was für mich ist. Es geht dabei zwar zunächst nur um ein Praktikum; aber das wird als Probezeit zu einer Anstellung gesehen.

Ähnlich verhält es sich mit dem Gespräch, das ich morgen in Bonn habe. Die Firma ist in einem ähnlichen Bereich tätig, glänzt aber durch Abwesenheit im Internet und ist auch sonst mir gegenüber ziemlich merkwürdig aufgetreten. (Mein Anschreiben wurde erst eine Woche nach Eintreffen der Bewerbung gelesen, und ich wurde nur eingeladen, weil ich vorher zufällig mit dem Chef telefoniert hatte, weil die Personalleiterin nicht ans Telefon kommen konnte.)

Es bleibt also spannend.

3) Ich habe einen neuen (hoffentlich tollen) Chor gefunden.

Neulich habe ich spontan bei einem “Chor Casting” (zum Glück ohne Startnummer und Fernsehen) im Hilton Bonn teilgenommen und bin daraufhin sofort eingeladen worden, den Konzertchor Bonn (Homepage mit Hörproben!) zu unterstützen. Die haben schon Preise gewonnen, und man muß auch zu Hause (mit CD) üben. Und Konzerte geben die mit Profis und da, wo es die Profis auch tun. Mit etwas Glück werde ich also mal die Bonner Konzertszene “backstage” kennenlernen. Im Herbst gibt es eine Konzertreise nach Brasilien. (Keine Ahnung, ob ich mir das bis dahin leisten kann.) Und was das Beste ist: Die Proben finden nur 5 Minuten Fußweg von unserem Zuhause statt. Die Noten habe ich auch schon geschickt bekommen; nur in der CD-Hülle fehlte die CD.  ;-)  Samstag ist die erste Probe. Ich bin gespannt…

Was Frauen wollen? Was Männer brauchen?

7. März 2007

von Gunda

Nachdem ich mir eben mal spaßeshalber ungefähr 2500 Brautkleider im Internet angesehen habe, die mir alle mehr oder weniger nicht gefallen, tauchen doch ernsthafte Fragen zum Thema “Hochzeit” auf.

Ist Heiraten so unmodern, daß Frauen aussehen müssen, wie mindestens aus dem letzten Jahrhundert? Und warum sieht das immer so “verkleidet” und unnatürlich, vorallem aber unbequem aus? Ist es das, was Frauen wollen? Sich einmal im Leben wie eine Kleiderpuppe fühlen? Oder wie Sissi? Oder Barbie? Wenn jemand sowas will, muß sie sich ja in ihrer normalen Kleidung, ihren normalen Tagen, ihrem normalen Leben (?) ziemlich unwohl fühlen…

Natürlich ist unsere Hochzeit auch für mich ein besonderer Tag, an dem ich auch besonders gut aussehen will. Aber ich will trotzdem ich bleiben. Und schließlich will ich mich auch nicht unwohl fühlen, sondern mich natürlich bewegen können. Sonst verdirbt mir das ja auch den Spaß. Natürlich möchte ich etwas Hübsches tragen, das nach Hochzeit aussieht. Aber nach einer Hochzeit von mir eben. Und Romantik kommt nun wirklich nicht durch ein bestimmtes Kleid zustande. Dazu gehört ja doch noch mehr…

Und die Männer? Wollen die wirklich alle wenigstens einen Tag in ihrem Leben mal eine neben sich haben, die ganz anders aussieht als die Frau, die sie eigentlich heiraten wollten? Wollen Männer Barbies und Sissis? Oder Kleiderpuppen?

Ich vertraue einfach mal darauf, daß Thomas mich heiraten will und daß er mir vertraut, daß ich schon das Richtige aussuche. (Auch, wenn er manchmal im Scherz davon redet, mir eine “regulierende Instanz” auf den Hals zu hetzen. Aber ich gehe ja das Kleid mit Gabriele einkaufen.) Wenn ich mich bei unserer Hochzeit wohlfühle und glücklich bin, macht mich das bestimmt für ihn viel schöner als ein Kleid mit Rüschen usw. …

Aber jetzt geht es erstmal ans Nachdenken über das Outfit für’s Standesamt. Eigentlich hatten wir ja einen traditionellen vietnamesischen Hosenanzug in Chinatown in Yokohama dafür gekauft (s.u., meiner ist oben lila). Aber plötzlich scheint er Thomas zu exotisch und zu hochgeschlossen zu sein. Es gibt also noch einiges zu bedenken.

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What women want? What men need?

by Gunda

After I had a look in the internet at about 2500 bridal dresses which I more or less didn’t like at all, several serious questions about weddings came in my mind.

Is marriage that unfashionably that women have to look like they reappeared from the last century? And why does the look seem so disguised, unnatural and uncomfortable? Is that really what women want? To feel once in their life like a dress doll? Or like Sissi? Or Barbie? If a woman has got those wishes she might feel uneasy in her normal clothes, on her normal days, in her normal life (?) …

Of course our wedding is a special day for me at which I would like to look as good as possible. But I also want to stay myself. And I absolutely don’t want to feel unconfortable. I’d like to be able to move in a natural way on my wedding. If not it’s really less fun for me. Of course I’d like to wear something pretty which looks like I am the bride. But it has got to look like I am the bride. And romantic feelings don’t only appear because of a special dress. There is so much more to create a romantic mood…

And what’s about the men? Do they really want to have a woman around them for one day which doesn’t look at all like the woman they originally wanted to marry? Do men want Sissis or Barbies? Or dress dolls?

I trust in Thomas that he really wants to marry me. And I believe that he trusts me that I will choose the right dress for me. (Even if he is sometimes joking that he will organize somebody to coach me. But I will go to choose the dress with Gabriele.) If I feel easy and lucky on our special day I am sure that I will be the most beautiful for him that way. More beautiful like in a dress I don’t like…

But first I have got to think about how to dress for the civil wedding. Originally we bought a traditional vietnamese women’s suit in Yokohama’s Chinatown (see above, mine is violet at the top). But suddenly it seems like Thomas thinks it’s too exotic and high-closed. So there is a lot to think about.

Organisiert, gefangen, abgelichtet

21. Februar 2007

von Gunda

In den vergangenen Tagen waren wir bei Thomas’ Eltern. Zum einen wegen einer Familienfeier, zum anderen, um die letzten Dinge beim Standesamt in Herten zu klären.

Bei der Feier haben wir dann erstmal unser “Hochzeitsgerücht” erweitert gestreut.

Und dann wir haben wirklich viel geschafft:

Wir haben jetzt einen Termin für die Trauung. ( 21., nicht 20.! Da war schon alles belegt.) Sollte diese Standesbeamtin uns auch trauen (Die Chance steht 1:3.), haben wir echt was zu gucken: Knallrote hochtoupierte Haare und auch sonst eher weniger dezent… ;-) Nachdem wir noch extra für den Außeneinsatz blechen mußten und um das Datum herumgerätselt haben, fanden wir uns schließlich im Standesamt eingeschlossen. (Mittagspause!) “Gefangen im Standesamt.” - Ich hätte mir Schlimmeres vorstellen können…

Fehlte nur noch ein Anruf im Schloß Westerholt, um schnell den begehrten Rittersaal für die Trauung und ein paar Plätze im Restaurant zu ergattern. Hat auch alles bestens geklappt.


    
 

Dann haben wir uns plötzlich ganz spontan für eine Session bei unserem lieblings-Fotografen entschlossen. - Da gab es gerade ein Angebot für Paare, bei dem man kein Honorar, sondern nur die Abzüge bezahlen muß.
Erst ganz brav aber doch sehr künstlerisch, später oben nur in Unterwäsche… ;-) Es war eine tolle und lustige Session. Die Fotografin war auch sehr lustig und nett. (”Ihr seid schon vier Jahre zusammen? - Dafür seid ihr aber noch sehr nett miteinander.”) Jetzt können wir nur noch hoffen, daß letztere Fotos nicht bald in der BILD-Zeitung erscheinen…

Gebucht haben wir jemanden vom Team dann auch gleich noch für’s Standesamt (bzw. nach der Trauung). Die Fotografin versprach uns: “Wir machen auch ein paar seriöse Aufnahmen für Omas und Tanten.” Na denn mal los!

Einige Fotos gibt’s dann später hier.

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Organized, locked in, shot

by Gunda

The last days we spent at the house of Thomas’ parents. We had two reasons to go there: The birthday party of Thomas’ cousin, and we wanted to clear the last things at the registration office in Herten.

During the party we told everyone who didn’t already know that we will marry in July.

Then we organized a lot of things:

Now we have got a fixed date for the civil wedding. ( 21st, not 20th! Everything was overbooked on 20th.) If this registrar really should make our wedding (chances are 1:3) we will have a lot to look at: Bright red (of course coloured) back-combed hair and a little bit less tasteful than we thought… ;-) After we had to pay more for the field service and chose a new date we wanted to leave the registration office. But we were locked in. (Lunch break!) “Locked in at the registration office.” - It could be worse…

We only needed to call the Castle Westerholt (Schloß Westerholt) then to get a reservation for the Knight’s Hall (Rittersaal) for the registration and some space in the restaurant to have dinner later. Everything worked well so far. We only need to go there before to choose the menu and taste some potential integrents.

Then we decided to have a session with our favourite photographer. - They had a special offer for couples (The shop exists since 111 years now.): You only have to pay the photos. Not the fee for the photographer.
First the photos were “good” but also very artistically, later we got encouraged by the photographer and “shot” in underwear on top (and our normal trousers below) … ;-) We had a really funny time. The (female) photographer was also very nice and funny. (”You are together for four years? - You are still so nice to each other…”) Now we hope that the last photos will not appear in the newspapers some time…

We also booked someone of the photographer’s team for our wedding. The photographer promised to us: “We will also make some respectably photos for grannys and aunts.” Let’s see!

We will show some of the photos later here.

Weiberfastnacht auf dem Standesamt

15. Februar 2007

von Gunda

Nachdem wir endlich alle Papiere zusammen hatten (”Ihre Geburtsurkunde ist ja schon viel zu alt!”*) ging es ungeschickterweise nochmal an Weiberfastnacht zum Standesamt. Natürlich wußten wir, daß es geänderte Öffnungszeiten gab. Aber bis 12h durften wir noch.

Erst sind wir in die Karnevalsfeier der Sterbeurkunden-Abteilung reingeplatzt. “Die Kollegen sind hinter der anderen Glastür. Da müssen sie mal ein bischen suchen; die sitzen auch zusammen”, erklärte uns eine bemalte Frau mit lustigem Papphütchen.

Weiberfastnacht 2006

Hinter der anderen Glastür kam uns dann gleich “Hausmeister Krause” entgegen (Zumindest stand das auf seinem Namensschildchen.), der uns mit den Worten “Na dann kommense mal. Sie sinn woll keine Rheinländer?” in sein Büro führte. Ich muß ehrlich zugeben, daß der “Hausmeister” so echt aussah, daß ich seiner Einladung zuerst nicht trauen konnte. Ach ja, es war ja Karneval, und wir hatten den Chef persönlich erwischt. Komplett mit Deutschlandfahne und Bundespräsidenten an der Wand. Nachdem alles geklärt war (Familienname: Lottermoser. Ich werde nach der Hochzeit Lottermoser-Niedermeyer heißen. Und welchen Beruf tragen wir ein? Arbeitssuchend? Hausfrau? Was haben sie denn vorher gemacht? Also gut, “Sprachenlehrerin”.) bekamen wir einen netten Stoffbeutel mit der Aufschrift “Verliebt in Bonn…”, zwei Hochzeitsmagazine mit wertvollen Tips und ein Kochbuch. (Dann kann man bei uns vielleicht in Zukunft auch mal Rheinisches speisen.) Ich glaube, Letzteres ist dafür da, damit die Frischvermählten (Frischvermehlten?) nicht immer nur Pommes oder Döner essen, sondern ihre Familie auch anständig ernähren können.

Jedenfalls ist jetzt der Weg frei für einen Sturm auf’s Standesamt in Herten (Das kommt dann in den nächsten Tagen.), um unseren begehrten Termin zu ergattern. (Eigentlich wollten wir ja den 7. 7. haben. Aber da ist unsere Trauzeugin schon auf einer anderen Hochzeit.)

*) Entschuldigung, mit 13 wollten wir noch nicht heiraten…

Weiberfastnacht 2006

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Women’s Carnival at the register office

by Gunda

As you may know the area we live in is celebrating Carnival every year. Things are a bit chaotic during this time and on several days shops and offices have differend closing hours.

After we collected all our papers (To our surprise at our first try the registrar found our birth certificate “too old”.) we went on Women’s Carnival to the register office. Of course we knew that the closing hours were different. But the office was open till 12 am.

First we found the Carnival party of the death registration. “The colleagues are behind the other glass-door,” explained a women with a funny hat and a painted face to us.

Behind the othe glass-door we met “caretaker Krause” (a popular German name). Well, that was it what was written on his smock… He invited us to an office with the words: “You aren’t originally from this area, are you?” No, we aren’t. So we had no idea that it would be that complicated and funny to register during Carnival. Besides, that “costume” was so real that I first hesitated to follow him into the office. (Could a registration be done by a caretaker?) Well, yes, it was Carnival. And this was the boss of the whole department. Completely with German flag and a big photo of the Federal President at the wall. After everything was clear (family name: Lottermoser. My name after the wedding: Lottermoser-Niedermeyer.) we got a small package with some useful things: Magazines about weddings with really useful tips and a book with recipes. Perhaps everyone gets this to decrease the chances that the new families die of hunger in the future… ;-)

This step is done now. The next is the registration in Herten, Thomas’ hometown. We hope we can keep the planned date. (First we wanted to marry on July 7 th, but one of our witnesses is invited to another wedding this day.)

Es war einmal…

15. Februar 2007

Gunda und Thomas fallen aus dem Rahmen...

von Gunda

So oder so ähnlich fangen alle märchenhaften Geschichten an, und unsere ist auch eine.

Unsere ganz persönliche Geschichte fing im Sommer 2003 in Berlin an. Genauer gesagt beim Mensa-Stammtisch. Und wie das immer so ist folgten nach dem gemeinsamen Nachhausefahren noch einige “weniger offizielle” Treffen bis wir am 3. August mitten in der Nacht auf einem der unwirtlichsten Parkplätze Berlins (Können Parkplätze wirtlich sein?) für uns ganz überraschend ein Paar wurden.

Und dann ging es auch schon so richtig los. Am Anfang ging wirklich alles sehr schnell. Und nachdem Thomas sowieso von da an immer bei mir war, zog er konsequenterweise im November gleich ganz bei mir ein. Bald war uns auch klar, daß wir irgendwann heiraten und eine Familie haben wollten.

Aber zuerst kam der Alltagstest, dann die wahre Belastungsprobe: Zwei Jahre Japan. Doch wie eine Belastung kam uns die Zeit gar nicht vor. Wir sind daran gewachsen. - Auch als Paar. Seitdem wissen wir, was wir voneinander wirklich erwarten können und daß wir in schwierigen Situationen aufeinander zählen können.

Nach Deutschland zurückzukommen war natürlich auch wieder ein Test, ob immernoch alles funktionieren kann. (Wir wohnen jetzt in Bonn.) Das tut es. Und bald wollen wir den Grundstein für eine eigene Familie legen und heiraten.

Geplant ist:

Standesamtliche Trauung am 20. 7. 2007 in Herten.

Kirchliche Trauung am 20. 7. 2008 in der Kirche “Heilige Familie” in Berlin.

Trauzeugen: Manfred Fiebig und Gabriele Vitt-Urbatzka.

Wir freuen uns drauf. Mal sehen, was aus den Plänen wird…

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Once upon a time…

by Gunda

Most fairy tales start like that. And our story is a bit like our own fairy tale.

Our personal story started in summer 2003 in Berlin. We first met at an inofficial meetig in a café organized by Mensa. After going home by underground in the same direction private dates followed. On August 3rd in the middle of the night we (surprisingly) became a couple on an ugly and dark parking lot…

Then everything started very fast for us. Thomas stayed most of his freetime at my place. So it was no wonder that he completely moved into my appartment in November. It was soon clear for us that we wanted to marry and have children.

But first we had to proof ourselves in normal daylife, then during two years in Japan. But we never got the feeling that we had to proof anything. All that made us stronger. - Also as a couple. Since that time we know that we can count on each other. Also in difficult situations.

Coming back to Germany was also a test if everything could go on well in a changing situation. (We are living now in Bonn.) Everything went well so far. Soon we will start our own family and marry.

Our plans:

Civil wedding on July 20th 2007 in Herten.

Church wedding on July 20th 2008 at the church “Heilige Familie” in Berlin.

Witnesses: Manfred Fiebig and Gabriele Vitt-Urbatzka.

We are looking forward to it. Let’s see if everything works as we want to…